Hilfen: Sozialverhalten - Elterninitiative wahrnehmungsgestörter Kinder (ADS - HKS) Dortmund

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Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom: Sozialverhalten

Das ADS-Kind leidet oft an "Sprechdurchfall", d. h. Dauermotzen, fäkalsprachliche Ausdrücke, sexistische Ausdrücke werden reproduziert, die es in der Regel nicht von zuhause kennt! Es schnappt aber gern und willig alles "Interessante" aus der Umgebung auf. Die Verbalisationen sind nicht absichtlich persönlich gegen jemand gemeint, sondern primär ungesteuerte Unmutsäußerungen.

Daher bitte nicht persönlich nehmen, sondern gelassen und direktiv das Kind unterbrechen und unter Umständen aus dem Raum entfernen. Je souveräner man darauf reagiert, desto eher erkennt einen das Kind an. Aähnlich ruhig und gelassen, dabei sehr direktiv sollte man auf verbale Androhungen sowie auf Verweigerungsäußerungen des Kindes reagieren. Strafandrohungen steigern das Erregungsniveau. Am besten reagiert man sofort mit etwas raunzig humorigem Brummeln "ja, ja, ich glaub's dir wohl", "bist du sicher", ohne moralisches Ansinnen. Gegebenenfalls hilft auch einfaches Ignorieren.

Kommt es dennoch zum Eklat, ist es sinnvoll, das Kind kurz aus der Situation herauszunehmen. Wichtig ist, das Kind nach der Beruhigung sofort wieder hereinzuholen, nicht die Situation sofort besprechen. Stundenversetzt ist eine Besprechung gut möglich.

Soziale Probleme sind vielfältig - bitte lassen Sie das Petzen sowie Hänseln keinesfalls zu. Andere Kinder wissen sehr gut, wo beim ADS-Kind "der Knopf zum Draufdrücken" ist.

Auslachen durch andere Kinder muß unbedingt vermieden werden, speziell wenn ADS-Kinder sich ungeschickt bewegen (dasselbe gilt auch für Kinder mit Bewegungskoordinationsstörungen). Provokantes Bloßstellen darf nicht erfolgen, es sollte im Gegenteil vermehrt Hilfestellung gegeben und ermutigt werden.

Das ADS-Kind braucht dennoch keine exklusive Sonderrolle, fordert den Lehrer aber gewiß in jeder Hinsicht.


Je mehr der Lehrer dem Kind jedoch signalisiert, daß er es mag, seine Stärken kennt, Hilfestellung für die Schwächen gibt, freundlich, ruhig, gelassen direktiv und einschätzbar ist, um so eher kommt ein nicht zu unterschätzender Faktor zum tragen: das Kind erkennt in dem Lehrer einen echten Menschen, der für das Kind schnell zum "Superreiz" wird wird. Damit verbunden ist ein enormer Motivationsschub, das Kind arbeitet für den Lehrer, das Störungspotential baut sich automatisch ab.

Es lohnt sich, auf dieses Zeil hinzusteuern, das ADS-Kind und seine Eltern werden es danken, der Klassenkontext wird enorm an sozialer Kompetenz dazugewinnen.


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